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| Akıncı ![]() ![]() Üyelik Tarihi: 24.12.2007
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90 konu/yorumuna 264 kere teşekkür edildi.
Tecrübe Puanı: 5 ![]() | Viel zu lange weggeschaut! / Gazze Viel zu lange weggeschaut! Tweet Follow @MilliGorusForum Die Welt schaut wieder auf Gaza. Die Solidaritätsflotte hat ihr Ziel erreicht - wenn auch zu einem schrecklich hohen Preis. Seit der schießwütigen israelischen Militäraktion in den Gewässern vor dem Küstenstreifen hagelt es Proteste aus allen Ecken des Globus. Vereinte Nationen und Europäische Union fordern die Aufhebung der Gaza-Blockade. Und für Israel erreicht der diplomatische Flurschaden inzwischen bedrohliche Ausmaße. Mit der Türkei hat sich der israelische Staat einen neuen mächtigen Feind geschaffen. Die beiden historischen Friedensverträge mit Jordanien und Ägypten sind immer weniger durch die Zustimmung der beiden Nationen gedeckt, sondern vor allem durch milliardenschwere Schecks aus Washington für das örtliche Militär. Drei Jahre lang sind die 1,5 Millionen Palästinenser nun schon in ihrem hermetisch abgeriegelten 360-Quadratkilometer-Käfig weggesperrt, bloß weil sie in den Augen ihres allmächtigen Nachbarn mit Hamas eine falsche Regierung gewählt haben. Am Himmel patrouillieren demonstrativ israelische Düsenjäger. Von See her wurde die Zone für palästinensische Fischerboote fast auf Strandbad-Dimension zusammengedrückt. Und entlang des Grenzzauns im Landesinneren zieht der israelische Militärgeheimdienst unermüdlich seine angeseilten Zeppeline hin und her, die mit ihren Hochleistungskameras alles im Auge behalten. Seit Kriegsende vor anderthalb Jahren hat Verteidigungsminister Ehud Barak - abgesehen von Material für ein kleines UN-Projekt - keinen einzigen Sack Zement mehr nach Gaza hereingelassen. Auch keine Glasscheiben, Ersatzteile, Computer und vieles andere mehr. Eine offizielle Liste gesperrter Güter existiert nicht, da gibt es aus israelischer Sicht nichts zu begründen und nichts zu verhandeln. Keine der 14 000 zerbombten Wohnungen ließ sich bisher wieder aufbauen, während die israelische Propaganda bis zuletzt unverdrossen trommelte, in Gaza gebe es keine humanitäre Krise. Obdachlose Familien leben in Zelten, viele hausen in drangvoller Enge bei Verwandten. Auch die gesamte industrielle Infrastruktur ist ruiniert - Maschinen, Fabrikräume und Fahrzeuge. Von 26 Zement verarbeitenden Betrieben in Gaza sind im vergangenen Krieg 22 mutwillig dem Erdboden gleichgemacht worden. Vor Beginn der Blockade 2007 gab es 3900 Firmen. Jetzt sind es noch 400, weil alle anderen von Rohmaterialien aus Israel abhingen. Kein Wunder, dass die Arbeitslosigkeit in Richtung 50-Prozent-Marke klettert. Jede zweite Familie in Gaza ist auf Lebensmittelspenden angewiesen, während ihre kleine Heimat immer mehr zu einem politischen und ökonomischen Niemandsland verkommt. Denn die Blockade gegen Hamas hat sich längst zu einem regionalen Tauziehen um die langfristige politische Verantwortung für den verarmten Küstenstreifen entwickelt. Israel möchte mit aller Gewalt das ungeliebte Territorium wieder Ägypten zuschieben, was bis zum Sechstagekrieg 1967 hier das Sagen hatte. Kairo dagegen fürchtet ein unkontrollierbares, radikales Hamas-Emirat an seiner Westgrenze, dessen religiös-islamistische Ideologie auch am Nil tiefe Wurzeln und viele Anhänger hat. Als einzige Konzession war Präsident Hosni Mubarak in den letzten Jahren bereit, den Ameisenschmuggel durch hunderte unterirdischer Tunnel zu dulden, um einen neuerlichen Massenausbruch des Volkes zum Einkaufen im Sinai zu verhindern - wie 2008. Israel dagegen sieht inzwischen jede Lockerung der Blockade als Rückschlag für sein strategisches Ziel, den Gazastreifen ein für alle Mal loszuwerden. Lange hat die Weltgemeinschaft dieses zynische Kalkül auf dem Rücken der Bewohner hingenommen. Viel zu lange. MARTIN GEHLEN / Zollernalb Kurier-D |
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| Bu konu/mesaj için *Abdurrahman kullanıcısına teşekkür edenler: | Uhuvvet (05-06-2010) |
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